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Stopp! Gewalt in der Geburtshilfe darf es nicht geben

Die Presse nimmt das Thema „Gewalt in der Geburtshilfe vermehrt auf, unter anderem aktuell im Gießener Anzeiger. Dem Landesverband der Hessischen Hebammen ist wichtig, zu signalisieren, dass er die Diskussion ernst nimmt:

Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbands: „Gewalt in der Geburtshilfe rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Es ist gut, dass die betroffenen Frauen endlich reden. Am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen legen Frauen, die während der Geburt eine Gewalterfahrung machen mussten, rosafarbene Rosen vor die Kreißsäle, in denen ihnen dies angetan wurde. Es ist richtig und wichtig, dass das Thema aus der Tabuzone geholt wird, denn bekannt ist das Phänomen längst.

Doch was wird dagegen unternommen?

Zunächst muss von allen an der Geburtshilfe beteiligten Personen anerkannt werden, dass Frauen Geburten als traumatisch und gewaltvoll erleben. In diesem Kontext gibt es drei Formen von Gewalt: die individuelle Gewalt, die physisch und psychisch ausgeübt wird, die strukturelle Gewalt und die Gewalt, die durch Richtlinien und Gesetze ausgelöst wird. Die Schilderungen der betroffenen Mutter in dem Artikel des GA sind von allen drei Formen geprägt. Sicherlich gibt es in der Geburtshilfe auch häufig Grauzonen, in denen wir uns als Hebammen bewegen: was manch eine Frau als normalen und hilfreichen Eingriff erfährt, mag für manch andere schon traumatisch sein. Wichtig ist vor allem, die Frauen gut aufzuklären, mit ihnen zu reden und auch nach der Geburt die Erlebnisse in Gesprächen aufzuarbeiten. Und die Frauen in ihrem Erleben ernst zu nehmen!

Der DHV und seine Mitgliedsverbände befassen sich seit einiger Zeit mit dem Thema. Aktuell wurde auf der Bundesdelegiertentagung ein Positionspapier diskutiert. das Novemberheft des Fachmagazins des Deutschen Hebammenverbandes Hebammenforum hat ‚Gewalt in der Geburtshilfe‘ zum Leitthema gemacht. Wir müssen hinschauen. So wie bisher darf es nicht weitergehen.“

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