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Einblick in die Klausurtagung des Vorstands in der Rhön

10. September 2020

Zum Monatswechsel traf sich der Vorstand des Landesverbandes der Hessischen Hebammen e.V. in der Rhön in einem ruhig gelegenen Hotel inmitten von Wald und Wiesen zur zweitägigen Klausurtagung. Es war gut, sich, auch mit den üblichen Corona-Beschränkungen, mal wieder real zu begegnen.

Die Corona-Pandemie ist handlungsbestimmend, liegt wie ein Grauschleier über allem und macht Planung sehr schwer. Trotzdem sind unsere Fortbildungsangebote für 2021 vorbereitet und es gab sogar eine Vorausschau für 2022. In Zukunft wollen wir auch verstärkt länderübergreifende Veranstaltungen durchführen, um Synergieeffekte zu nutzen. Geplant sind gemeinsame Fortbildungen mit Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 

Wir wissen um die teils katastrophalen Zustände in den Kreißsälen und haben um Lösungen, insbesondere für die angestellten Kolleginnen, gerungen. Damit die Hebammen wieder mit Lust und Leidenschaft ihrem Kerngeschäft, der Geburtshilfe nachgehen, braucht es weitreichende Verbesserungen der Rahmenbedingungen. Dazu gehört, neben einer deutlich besseren Vergütung, auch eine andere Kultur in der klinischen Geburtshilfe. Doch um tatsächlich innovative Projekte umzusetzen, müssen die Klinikbetreiber Geld für Projektarbeit investieren: für zusätzliches Personal, Projektplanung und Projektleitung. Nur so kann es gelingen, das Angebot eines hebammengeleiteten Kreißsaales an möglichst vielen Kliniken zu implementieren.

Ein Forschungsprojekt an der Uniklinik Bonn konnte nachweisen, dass im hebammengeleiteten Kreißsaal (HGK) weniger Interventionen durchgeführt werden, die Arbeit im HGK die natürliche Geburt fördert und die Gebärende stärkt, sich der interprofessionelle Austausch zwischen Ärzteschaft und Hebammen verbessert, der fachliche Austausch sich intensiviert und die Arbeitszufriedenheit und die positive, professionelle Selbstwahrnehmung der Hebammen steigt, um nur einige Aspekte zu nennen. Eine wünschenswerte Zustandsbeschreibung für alle Kreißsäle!

Ein weiteres Thema, neben einigen anderen, war die Überführung der Hebammenausbildung an die Hochschulen. Der Hochschulstandort in Fulda wird nicht ausreichen, wir brauchen mindestens noch zwei weitere Standorte in Hessen, um auszubilden. Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit im zuständigen Ministerium zu leisten. 

Ein Highlight der Klausurtagung war die Präsentation des Relaunchs unserer Homepage. Wir finden sie sehr gelungen und sie wird auf der Landesdelegiertentagung den Kolleginnen vorgestellt, um dann zur Endversion zu gelangen. Seien Sie gespannt!

Aktuelle Stunde im Landtag zum Thema Hebammenhilfe

8. September 2020

Am Donnerstag haben sich alle im Landtag vertretenen Fraktionen in einer aktuellen Stunde anlässlich des Gutachtens zur Situation der Hebammenhilfe in Hessen geäußert. Auf der Website der Hessenschau können Sie sich die Wortbeiträge der Vertreter/innen aller Fraktionen als Video ansehen und sich selbst einen Eindruck von der Diskussion machen. Folgen Sie einfach diesem Link: https://www.hessenschau.de/politik/landtag/landtagsvideos/2020/videos-aus-dem-landtag-debatte-um-hebammen,200903_as_04_hebammen-100.html

Foto: Hessischer Landtag, Kanzlei – H.Heibel

Runder Tisch diskutiert Handlungsempfehlungen

7. September 2020

Nach Corona-bedingter längerer Arbeitsunterbrechung fand am Freitag, den 4. September 2020, der 3. Runde Tisch zum „Gutachten der Situation der Hebammenhilfe in Hessen“ in hybrider Form im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration statt. Wegen der geltenden Abstandsregeln konnten insgesamt maximal 18 Teilnehmende sich analog treffen, die anderen wurden per Telefonkonferenz hinzugeschaltet.

Martina Klenk und Susanne Otte-Seybold waren vor Ort anwesend. Auf der Sitzung kamen erstmals die Handlungsempfehlungen, die im Beirat entwickelt wurden, zur Diskussion. Das weitere Vorgehen sieht die Beauftragung des Beirates mit der Auswertung der schriftlichen Stellungnahmen zur Erstpräsentation und der weiteren Bearbeitung der priorisierten Handlungsempfehlungen vor.

Der Beirat wird in der zweiten Oktoberwoche erneut dazu tagen. Der 4. Runde Tisch ist für Anfang November geplant.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Hier finden Sie die Präsentation zum Gutachten und die Handlungsempfehlungen zum Herunterladen.

Überarbeitung des Entwurfs des Versorgungsverbesserungesetzes nötig

26. August 2020

Der Deutschen Hebammenverband e. V. (DHV) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG e. V) fordern in ihrer Pressemitteilung zum Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (Versorgungsverbesserungsgesetz – GPVG) dringend eine fachliche Überarbeitung der Fassung.

Beide Verbände verlangen, dass strukturelle Probleme in der Geburtshilfe durch das Gesetz nachhaltig gelöst werden müssten.

Um wirkliche Veränderungen herbeizuführen, seien neben der angemessenen Erhöhung der Hebammenstellen und der Anpassung an die benötigte Betreuungsrelation außerdem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Stellenfinanzierung sowie eine grundlegende Veränderung der Finanzierung und Strukturierung für die Geburtshilfe nötig, fehlten aber bislang.

Im Gesetzentwurf seien weder das nationale Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“ sowie das vom Ministerium in Auftrag gegebene IGES-Gutachten zur Beschäftigungs- und Arbeitssituation von Hebammen berücksichtigt worden.

Um die Situation in der Geburtshilfe maßgeblich zu verbessern, sei weiterhin dringend ein umfassendes Geburtshilfestärkungs-Gesetz erforderlich.

Gemeinsam haben der DHV und die DGGG deshalb eine Stellungnahme zum Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege vorgelegt.

Lesen Sie hier mehr

Jetzt registrieren für das digitale Zukunftsforum des DHV

24. August 2020

Anfang des Jahres hatte der Deutsche Hebammenverband (DHV) eine große Offensive für die Zukunft der Hebammenarbeit und eine gute Geburtshilfe unter der Überschrift „Zukunftsdialog“ angekündigt. Leider wurde das Vorhaben durch die Corona-Pandemie gebremst.

Doch der DHV lässt sich nicht stoppen!

Frei nach dem Motto „Don’t stop us now! Wir machen weiter“ lädt der DHV alle interessierten Kolleginnen zur Teilnahme am digitalen Zukunftsforum Hebammenarbeit am 5. und 6. Oktober 2020 ein. 150 Hebammen aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen sollen miteinander diskutieren.

Die Anmeldung ist bis zum 25. September möglich.

Bitte registrieren Sie sich, denn die Veranstaltung lebt von Ihrer Expertise und Ihren Erfahrungen.

Gemeinsam können wir die Zukunft in unserem Sinne und der uns anvertrauten Frauen gestalten.

Gutachten zur Hebammenversorgung in Hessen teilweise veröffentlicht

20. August 2020

Überraschenderweise hat Sozialminister Kai Klose am 20.08.2020 Teile des Gutachtens zur Situation der Hebammenversorgung in Hessen veröffentlicht. Der Landesverband der Hessischen Hebammen e.V. wurde darüber vorab seitens des Sozialministeriums nicht in Kenntnis gesetzt. In einem Gespräch mit dem Ministerium heute wurde eine enge Zeitschiene als Grund für die Panne benannt.

Runder Tisch tagt wieder

Immerhin soll am 4. September 2020 der Runde Tisch wieder tagen. In welcher Form, analog, hybrid oder rein virtuell steht noch nicht fest. Dort werden die Empfehlungen zur Verbesserung der Versorgung mit Hebammenhilfe, die im Beirat erarbeitet wurden, von der Hochschule für Gesundheit Bochum und dem Deutschen Krankenhausinstitut vorgestellt.

Der Landesverband der Hessischen Hebammen e.V. begrüßt ausdrücklich, dass die Arbeit des Runden Tischs und im Beirat weitergeht, damit zügig Maßnahmen zur Verbesserung der prekären Arbeitsbedingungen von freiberuflichen und angestellten Hebammen umgesetzt werden. Jede Hebamme, die wegen der miserablen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit aus dem Beruf aussteigt, wird nur dann bereit sein, wieder einzusteigen, wenn sich drastische Verbesserungen auch in der Vergütung abzeichnen.

Im Koalitionsvertrag von hessischen GRÜNEN und der CDU werden den Hebammen Hilfen in Aussicht gestellt. Martina Klenk, 1. Vorsitzende des hessischen Hebammenverbandes: „Hoffen wir, dass bis zur Umsetzung nicht zu vielen Kolleginnen die Puste ausgegangen ist. „

Hier finden Sie die ersten Ergebnisse des Gutachtens auf den Seiten des Sozialministeriums Hessen

Lesen Sie mehr in den Mitteilungen an die Medien:

Pressemitteilung des Sozialministers Klose

Pressemitteilung „Die Linke“

Pressemitteilung der GRÜNEN, Kathrin Anders

CDU-Pressemitteilung, Claudia Ravensburg

Rhein-Main Extra-Tipp berichtet über Hebammen-Mangel

31. Juli 2020

Autorin Rebekka Farnbacher schildert die dramatische Situation schwangerer Frauen auf der Suche nach einer Hebamme. In dem Beitrag kommt auch Martina Klenk zu Wort, die hervorhebt, dass der Mangel im Rhein-Main-Gebiet besonders extrem ist.

Den Artikel können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

Fortbildungen nach der Sommerpause

20. Juli 2020

Liebe Kolleginnen,

nach dem Sommer erwartet Sie ein Herbst mit spannenden Fortbildungen, im September startet endlich die Beckenbodenfortbildung mit Barbara Teubner und im Oktober gibt es für die Hebammennotfallschulung noch wenige Plätze, auch die Fortbildung mit Sven Haas zu Abrechnung und Buchhaltung in Wiesbaden könnte interessant sein.

In Zusammenarbeit mit dem Landesverband Bayern haben wir am 4.12. einen Fachtag in Aschaffenburg geplant, kann dieser nicht in Präsenz stattfinden, gibt es für Sie die Möglichkeit, diesen Fachtag mit den Vorträgen online zu besuchen. Anmeldung ist ab Ende der Woche möglich.

Sommerliche Grüße aus dem Fortbildungsbereich

Eine der ersten Hochschulen in Deutschland: Hochschule Fulda startet im Oktober mit Hebammenstudiengang

14. Juli 2020

Hessen verfügt mit dem Hochschulstandort Fulda bereits seit Jahren über einen Modellstudiengang, der nun zum Regelstudium für Hebammen umgestaltet wird. Es ist sehr begrüßenswert, dass das so zügig umgesetzt wird.

Allerdings wird der eine Studienstandort nicht genügen. Hessen braucht mindestens noch drei weitere Hochschulen, die Hebammenkunde als Studienfach anbieten.

Die Nachfrage der Bewerberinnen übertrifft bei weitem das Angebot an Ausbildungs- bzw. Studienplätzen. Auch an ausgebildeten Hebammen mangelt es. Ohne einen dringend erforderlichen Umsetzungsplan des Landes, der gemeinsam vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Sozialministerium, sowie den Berufsverbänden entwickelt wird, treiben wir planlos auf einen verschärften Hebammenmangel und eine dramatische Unterversorgung von Frauen und Familien zu.

Informationsdienst Wissenschaft vom 13.07.2020

Bitter: Asklepios-Konzern übernimmt Universitätsklinikum Gießen und Marburg

8. Juni 2020

Es ist seltsam still in der hiesigen Presse rund um die Übernahme des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, welches noch dem Rhön-Konzern gehört, durch Asklepios.

Am 2. Juni gab es, einen Tag vor der außerordentlichen Hauptversammlung der Rhön-Klinikum AG, eine kleine Kundgebung des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“ in Gießen. Das Aktionsbündnis warnt aus gutem Grund vor der Übernahme.

Asklepios ist dafür bekannt, Mitarbeitende schlecht zu vergüten, um seine Rendite durch eingesparte Personalkosten zu erhöhen. Nirgendwo in ganz Mittelhessen verdienen die Hebammen so wenig, wie im Kreißsaal des Asklepios-Konzerns in Lich. Tarifverträge gibt es keine und die Geschäftsleitung ist auch nicht willens, in Verhandlungen zu gehen. Die von Asklepios angestrebten Rendite von zwölf Prozent werden mit Sicherheit weitere negative Auswirkungen auf die Beschäftigten und letztlich die Versorgung der Bevölkerung haben.

Es wundert, dass das Kartellamt die Übernahme nicht verhindert hat, denn mit den Standorten Lich, Gießen und Marburg ist der Konzern in Mittelhessen dominant aufgestellt.

Es ist zu befürchten, dass die Zentralisierung von Abteilungen weiter vorangetrieben wird.

Ich mache mir allergrößte Sorgen um das noch dezentrale Angebot der Geburtshilfe. Die beiden Konzerne haben sich eine gute Zeit für ihr fragwürdiges Geschäft ausgesucht: Corona erschwert eine Massenmobilisation gegen die Übernahme erheblich.

Völlig unverständlich ist mir die Reaktion des grünen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst mit Ministerin Angela Dorn an der Spitze. In der Opposition wurde die Privatisierung der Kliniken von den GRÜNEN berechtigterweise stets scharf kritisiert. Jetzt wurde über eine Rekommunalisierung nicht mal diskutiert. Das ist traurig. Krankenhäuser sind, wie die Einrichtung der Feuerwehr, Teil der Daseinsvorsorge und sollten nicht Gewinnerwirtschaftung zum Ziel haben.

Leider ist die Gelegenheit, die beiden Universitätskliniken wieder ans Land zu überführen, nicht genutzt worden. Die Fehlentwicklung geht weiter.

Linksfraktion Hessen vom 04.06.2020

Piratenpartei Hessen vom 29.04.2020

Tagesschau.de vom 26.05.2020

Finanzen. de vom 03.06.2020

Frankfurter Rundschau.de vom 26.04.2020

Gesundheitsministerium will Förderprogramm für Hebammenstellen umsetzen

4. Juni 2020

Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen zum geplanten Förderprogramm des Bundesgesundheitsministeriums:

„Bevor wir uns über mehr Personal freuen, das tatsächlich in den Kreißsälen dringend benötigt wird, muss man den Subtext dieses Vorhabens lesen. Der Plan ist, mehr Hebammenstellen in größeren Geburtsstationen zu schaffen. Aha. Die Zentralisierung wird weiter vorangetrieben.

Die Geburtshilfe in Großkliniken mit Megakreißsälen kann jedoch nur gut gelingen, wenn ihre Ausrichtung frauen- und familienfreundlich ist, wenn die Förderung der normalen Geburt die gemeinsame geburtshilfliche Philosophie darstellt, die Hebammen dort ihre Berufstätigkeit verlässlich planen können und es Zeit für ein Privatleben gibt, die Vergütung der Verantwortung eines zudem systemrelevanten Berufes entspricht und ein gutes Leben ermöglicht.

Die Kolleginnen in den Kreißsälen haben es echt verdient, dass endlich etwas unternommen wird, um die Dauerbelastung zu lindern. Aber 0,5 Planstellen auf 500 Geburten pro Jahr zusätzlich als Maßnahme wird verzischen, wie der Regentropfen auf dem Boden einer Salzwüste. Da muss mehr passieren, denn das Problem ist komplex.

Schon jetzt gibt es offene Planstellen, vor allem in Großkrankenhäusern, die sich nicht mit Hebammen besetzen lassen.

Die Rahmenbedingungen müssen sich insgesamt ändern und dazu gehört auch die Abschaffung der strukturellen Gewalt in den Kliniken.“

Lesen Sie hier den Beitrag des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) zum Thema

dpa-Interview mit Martina Klenk: Hebammen im Krisenmodus – Probleme mit Masken gegen Corona

2. Juni 2020

Die Corona-Krise hat viele hessische Hebammen in Existenznot gebracht, insbesondere Frauen, die vor allem Kurse zur Geburtsvorbereitung und Rückbildung anbieten, hätten auf Online-Angebote umsteigen müssen, um weiter Einnahmen zu haben.

Das sagte die Erste Vorsitzende des Landesverbands der Hessischen Hebammen, Martina Klenk, der Deutschen Presse-Agentur im Interview.

Zwar gebe es inzwischen die Möglichkeit, Schwangere und junge Mütter wieder in Kursräumen zu betreuen, doch wegen der Abstandsregeln sei fraglich, ob dies wirtschaftlich sei. „Wir sind im Krisenmodus“, so Martina Klenk.

Beim zuständigen Sozialministerium in Wiesbaden seien zudem bei der Zuteilung von Schutzausrüstung wie Masken und Desinfektionsmittel die Hebammen außen vor gelassen worden. Für Wochenbettbesuche mussten zunächst handgenähte Mund-Nasen-Schutze eingesetzt werden.

Lesen Sie hier mehr:

welt.de vom 31.05.2020

RTL.de vom 31.05.2020

web.de vom 31.05.2020

Telefonkonferenz mit Wissenschaftsministerum: Hebammen an die Hochschulen

26. Mai 2020

„Neben dem täglichen Corona-Krisenmanagement mit hohem Beratungsbedarf von Kolleginnen und Behörden, muss an anderen Themen dringend weiter gearbeitet werden. Dazu gehört die Überführung der Hebammenausbildung an die Hochschulen.

Der seit langem feststehende Termin mit der hessischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, fand schlussendlich anstelle im Ministerium per Telefonkonferenz statt. Im Vorfeld war es mir wichtig, die hessischen Hebammenschulen darum zu bitten, eine Sprecherin zu benennen, die zukünftige Termine mit der Ministerin gemeinsam mit mir weiter wahrnimmt und im Beirat Hebammenversorgung ebenfalls die Sichtweise der Hebammenausbildung vertritt. Karin Huhn-Knäbe von der Hebammenschule in Marburg hat diese Rolle freundlicherweise übernommen. Am Runden Tisch wird Tina Lochner die hessischen Hebammenschulen vertreten.

Finanzierung sichergestellt – zügige Umsetzung nötig

Es ist mir sehr daran gelegen, dass die Lehrerinnnen für Hebammenwesen ihre Expertise in den anstehenden Überführungsprozess einbringen und als unmittelbar Betroffene ihre Einschätzung dazu abgeben können.

An der Telefonschalte haben außer Staatsministerin Dorn, Frau Huhn-Knäbe und mir Caroline Wolff in Vertretung von Christoph Gädeke (Abteilung III Hochschulen und Forschung des Ministeriums) teilgenommen. Themen waren die Finanzierung der hochschulischen Hebammenausbildung, Anzahl und Lokalisation der Studienstandorte, die Praxiseinsätze, die personelle Ausstattung der Hochschulstandorte insbesondere im Hinblick auf die Vorgaben des Hebammengesetzes und die Finanzierung der Studienvergütung. 

Laut Staatsministerin Dorn ist es in Hessen über den Hochschulpakt gelungen, die Finanzierung der hochschulischen Hebammenausbildung überhaupt sicherzustellen. Diese Hürde ist genommen. Alles weitere muss jetzt zügig umgesetzt werden. Und da liegt viel Arbeit vor uns!

Bildung einer Arbeitsgruppe im Ministerium

Der Landesverband der Hessischen Hebammen e.V. und die hessischen Hebammenschulen wollen den Prozess mit ihrer Expertise gerne unterstützen und so haben wir die Bildung einer Arbeitsgruppe im Ministerium für Wissenschaft und Kunst angeregt, um alle anstehenden Aufgaben gut zu bewältigen. Staatsministerin Dorn hat uns einen Folgetermin mit Christoph Gädeke in Aussicht gestellt. In Vorbereitung werde ich alle wesentlichen Fragestellungen schriftlich festhalten, damit ein Plan erstellt werden kann, wie die Gesetzes- und EU-konforme Ausbildung künftig sichergestellt werden kann.

Im Nachgang des Gesprächs mit Statsministerin Dorn gab es eine Telefonkonferenz der hessischen Hebammenschulen, an der ich als Gast teilnehmen durfte. In sämtlichen diskutierten Punkten herrschte Übereinstimmung.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam das Jahrhundertprojekt Überführung der Hebammenausbildung an die Hochschule meistern werden.“

Herzliche Grüße,

Martina Klenk

1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen e.V.

Internationaler Hebammentag in Corona-Zeiten: Gemeinsam sind wir stark in der Krise

5. Mai 2020

„Keine Kundgebungen auf dem Rathausplatz, keine Informationsstände in der Fußgängerzone, keinen Tag der offenen Tür im Geburtshaus, all das, womit früher der 5. Mai als Internationaler Hebammentag begangen wurde, fällt in diesem Jahr aus. Corona setzt Maßstäbe. Alles ist anders. Aber gemeinsam sind wir stark in der Krise. Und es zeigt sich deutlich, welche Berufe das Überleben sichern und systemrelevant sind. Wir Hebammen gehören eindeutig dazu.

Der Vorstand des Landesverbandes der Hessischen Hebammen erweist allen Kolleginnen den größten Respekt für ihren Einsatz für Frauen und Familien in diesen herausfordernden Zeiten, der zum Teil unter Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit stattfindet.

Wir wünschen Ihnen und uns, dass wir die Corona-Pandemie gut überstehen, und dass die Erkenntnisse, die wir durch die Krise gewinnen hernach nicht im globalisierten turbokapitalistischen Getöse untergehen. Klatschen allein genügt nicht.“

Ihre Martina Klenk, 1. Landesvorsitzende

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) zum Hebammentag

Hebammen brauchen starke Interessenvertretungen in Berufsverbänden und Gewerkschaften

5. Mai 2020

Gemeinsam stark sein und Rechte durchsetzen können: Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes fasst die Vorteile des gewerkschaftlichen Einsatzes zusammen:

„Seit 2018 bin ich ehrenamtlich im Bezirksfrauenrat und im Landesvorstand des Fachbereichs 03 bei ver.di tätig. Nicht nur der 5. Mai ist für die Gewerkschafter*innen Anlass, sich mit der Arbeit der Hebammen zu befassen.

Leider sind nur wenige Kolleginnen gewerkschaftlich organisiert. Wir brauchen aber eine starke Gemeinschaft, um die finanzielle Aufwertung der Berufe im Gesundheitswesen und explizit auch die der angestellten Hebammen durchzusetzen. Auch familienfreundliche Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten werden uns nicht von Arbeitgebern geschenkt, wie wir täglich zu spüren bekommen.

Gerade heute, wo selbst Gesundheit zur Ware geworden ist und Krankenhäuser börsennotierte Unternehmen sind, brauchen wir starke Interessensvertretungen wie Gewerkschaften und Berufsverbände. Denn allein sind wir machtlos.“

Lesen Sie hier den Beitrag der „ver.di-Kollegin“ zum Internationalen Hebammentag

Stellungnahme des Landesverbandes zum Krankenhausplan 2020

4. Mai 2020

Der Vorstand des Landesverbandes der Hessischen Hebammen wurde gebeten, eine Stellungnahme zum Hessischen Krankenhausplan 2020 abzugeben.

Hier können Sie die Stellungnahme lesen

Forderungspapier des DHV und seiner Landesverbände – Hebammen in der Corona-Krise: wichtiger denn je!

20. April 2020

Laut Aussage des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sind alle Gesundheitsberufe systemrelevant. Also auch wir Hebammen. Trotzdem wird unsere Berufsgruppe immer wieder vergessen. Sei es auf Verteilerlisten von Schutzmaterialien, Rettungsschirmen oder Anspruch auf Kinder-Notfallbetreuung.

Deshalb erheben der Deutsche Hebammenverband und seine 16 Mitgliedsländer nochmals nachdrücklich entsprechende Forderungen:

– Verbindliche Bereitstellung und Zuweisung von medizinischer Schutzausrüstung für Hebammen im klinischen und im ambulanten Bereich!

– Geregelte Zuständigkeiten örtlicher Behörden bei der Verteilung dieser Schutzausrüstung an Hebammen!

– Kostenlose Versorgung von Hebammen mit medizinischer persönlicher Schutzausrüstung oder Kostenübernahme durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen!

– Plätze in der Kindernotbetreuung verbindlich auch für Kinder von Hebammen!

Lesen Sie hier ausführlich mehr dazu

Gemeinsame Pressemitteilung des DHV und des DÄB: Gebären in Corona-Zeiten – Frauen nicht alleine lassen

20. April 2020

In den vergangenen Wochen haben sich vermehrt Frauen beschwert, denen eine Begleitperson für den Kreißsaal verweigert wurde. Einige der Frauen entbinden ohne ihre Wunschbegleitung an ihrer Seite, andere wiederum wechseln zu anderen Kliniken oder planen Haus- oder Alleingeburten. Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) und der Deutsche Ärztinnenbund e. V. (DÄB) fordern dringend eine bundesweite und transparente Ausnahmeregelung für Begleitpersonen im Kreißsaal. Gerade während der Corona-Pandemie erfüllen begleitende Vertrauenspersonen wichtige Funktionen, nicht zuletzt geben sie mentale Unterstützung.

Eine Frau zur Geburt zu begleiten und ihr beizustehen, ist von einem Besuch bei einer kranken oder pflegebedürftigen Person klar zu unterscheiden. „Eine Geburt ist für die ganze Familie ein existentielles Ereignis“, sagt Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. „Die Familie ist eine Einheit, deren Trennung während und nach der Geburt weitreichende Folgen für die Familienbindung und Familiengesundheit hat.“ Auch Dr. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes sagt: „Ist die Begleitperson nicht augenscheinlich mit Corona infiziert, überwiegt der Nutzen der Begleitung das minimale Risiko einer Infektion von ärztlichem und Pflegepersonal. Immer vorausgesetzt, Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und das weitere Klinikpersonal sind ausreichend mit Schutzausrüstung versorgt.“

Die Verbände appellieren daher eindringlich, für Väter oder eine andere Begleitperson für die Geburt eine Ausnahmereglung zu finden, die einerseits die Begleitung ermöglicht, andererseits den Infektionsschutz im Auge behält. Bundesländer wie Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gehen hier bereits mit gutem Vorbild und einer landesweit einheitlichen Ausnahmeregelung voran. Bundesweite transparente Regelungen erleichtern den Umgang mit diesen Ausnahmekriterien.

Den Gebärenden den Beistand durch eine Vertrauensperson zu verweigern, bedeutet schon in einem regulären Krankenhausbetrieb, sie über weite Strecken der Geburt ganz alleine zu lassen. Denn Hebammen, Ärztinnen und Ärzte betreuen in der Regel mehr als eine gebärende Frau gleichzeitig. Deshalb muss eine vertrauensvolle Begleitung für die werdende Mutter grundsätzlich auch in Krankenhäusern gewährleistet sein. Die Geburtsbegleitung durch eine Vertrauensperson ist wichtig, um der Gebärenden Sicherheit und Zuversicht zu geben. Dies wirkt sich sehr positiv auf den Geburtsverlauf aus.

Lesen Sie hier die komplette Pressemitteilung

Corona macht LDT digital: Landesdelegiertentagung am heimischen Schreibtisch erfolgreich

31. März 2020

Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen, fasst zusammen: „Die Coronakrise führt einerseits zur Entschleunigung vieler Prozesse in unserem Land, beschleunigt aber manches andere. Die Landesdelegiertentagung des Landesverbandes der Hessischen Hebammen e.V. fand nicht, wie geplant als Zusammenkunft in Bad Vilbel statt, sondern per Videokonferenz vom jeweiligen heimischen Schreibtisch aus. Die Bereitschaft der Hebammen sich so schnell mit der digitalen Konferenzvariante auseinanderzusetzen und sie zu benutzen war groß. Gerade jetzt ist der Wunsch nach Austausch besonders intensiv.

mangelhafte Versorgung mit Schutzmitteln gegen Corona

Die Kreissprecherinnen berichteten über die Versorgungslage in ihren Kreisen. Das größte Problem ist, wie überall, fehlende Schutzkleidung, Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel. Eigentlich unvorstellbar in einem Land wie Deutschland. Makaber, dass wir nun ausgerechnet aus China diese Materialien beziehen müssen. Die Schattenseiten der Globalisierung, der Effizienzpolitik und der Billigheimerei treten nun in der Krise deutlich zum Vorschein. Das Gesundheitswesen ächzt schon lange. Zu lange hat man drüber hinweg gehört.

Geht nicht: Geburt ohne Begleitperson

Das Verbot mancher hessischer Kliniken, Väter oder eine andere Begleitperson in den Kreißsaal zu Geburten hinzuzulassen, verunsichert die werdenden Eltern, löst Ängste bei den Schwangeren aus und wird von Elterninitiativen scharf kritisiert. Bei allem Verständnis für die Vorsichtsmaßnahmen der Krankenhäuser sollten diese doch bedenken, wie wichtig die Anwesenheit einer vertrauten Person für die Kreißende ist. Kaum eine Hebamme in der Klinik kann eine kontinuierliche Betreuung während der Geburt gewährleisten. So gerne sie das auch täte. Dafür ist die Arbeitsbelastung zu hoch. Die Besucherströme zu reglementieren, ist richtig. Aber die Geburt ist ein einzigartiges Lebensereignis, welches die Frau mit Unterstützung einer vertrauten Person und professioneller Hilfe am besten bewältigt. 

Die Coronakrise überlagert zurzeit alle anderen Themen. Die für Ende März geplante Beiratssitzung Hebammenversorgung im HMSI wurde auf einen bislang noch nicht bestimmten Termin verschoben. Für den 12. Mai 2020 wurde mir ein Termin mit der Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Angela Dorn, zugesichert. Es geht um die Umsetzung der hochschulischen Hebammenausbildung. Er ist in Vorbereitung. Ob er stattfindet, wird sich zeigen. 

Finanzielle Hilfen in Zeiten von Corona

Natürlich waren auch die finanziellen Verluste, die Hebammen wegen der Seuche haben, ein Thema der Tagung. Finanzielle Hilfen können seit gestern beim Regierungspräsidium Kassel beantragt werden unter https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/soforthilfe-fuer-selbststaendige-freiberufler-und-kleine-betriebe Ich hatte in der letzten Woche alle Kreissprecherinnen in einer Rundmail darüber informiert. Die Soforthilfe soll Liquiditätsengpässe beheben. Rücklagen sollen aktuell nicht mitberechnet werden. 

Ammely vermittelt Hebammenleistungen

Nicht nur in Coronazeiten ist ein digitales Tool für die Anfragenverwaltung zwischen Hebammen und Frauen sehr nützlich. Die zentrale Plattform ammely.de vermittelt schnell gewünschte Hebammenleistungen. Hebammen können dort ihr Profil erstellen. Anmelden können Sie sich unter: www.ammely.de/hebammen/signup Die Plattform beruht auf einer Kooperation zwischen dem DHV und der Keleya Digital-Health Solutions GmbH. 

Die Nutzung digitaler Medien bekommt wegen des „physical distancing“ aufgrund der Seuche einen enormen Schub. Auch wir Hebammen sind nun froh, mittels Videotelefonie Frauen und Familien, wenn auch eingeschränkt, betreuen zu können. Trotzdem merken wir, dass wir auch schnell an die Grenzen dieser Technologie kommen. Wie lässt sich mittels Kamera verlässlich die Hautfarbe des Neugeborenen bestimmen? Und den Uterus kann ich virtuell nicht tasten. Die analoge Betreuung lässt sich nur in Teilen ersetzen. Hoffen wir, dass die Coronapandemie bald ein Ende findet.“

Service für Sie in Zeiten von Corona: neue digitale Angebote und aktuelle Entwicklungen

30. März 2020

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat neue Informationen. Sie finden auf der Verbandsseite nun die angepassten Sonderregelungen für alternative Formen der Betreuung von Schwangeren und Müttern im Wochenbett.

Aktuell arbeitet der DHV daran, dass die Bundesregierung bei der Bereitstellung und Zuweisung der persönlichen Schutzkleidung auch die Hebammen berücksichtigt. Die Beschaffung und die Verteilung der Schutzkleidung an Kolleginnen fallen dann in den Aufgabenbereich lokaler oder regionaler Behörden.

Ab sofort geht die Vermittlungsplattform für Hebammenleistungen www.ammely.de offiziell auch für Betreuungssuchende an den Start.

Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach kurzfristiger Betreuung durch die Corona-Pandemie steht eine Akutsuche auf www.ammely.de zur Verfügung. So werden Frauen mit Hebammen verbunden, die bei akuten Problemen per Hausbesuch, Telefon oder online in einer Videositzung beraten können.

Hier können Sie mehr lesen

Neue Informationen: Befristete Sonderregelungen für die Zeit der COVID 19-Pandemie

23. März 2020

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat gemeinsam mit den anderen Hebammenverbänden und den Krankenkassen eine Vereinbarung zur Vergütung erzielt, die eine erste Entlastung für Sie ist.

Aufgrund der am 22. März 2020 zwischen Bund und Ländern vereinbarten Erweiterung der Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte Änderungen ergeben haben, wurde die befristete Vereinbarung vom 19. März 2020 durch die Vertragsparteien erneut angepasst.

Hier können Sie die angepassten befristeten Sonderregelungen für die Zeit der COVID 19-Pandemie herunterladen

Corona-Virus: Wichtige Hinweise zu unseren Fortbildungen und Veranstaltungen

17. März 2020

Liebe Kolleginnen,

die Fortbildungen im März und April werden nicht wie geplant stattfinden, ebenso die Landestagung im Mai. Derzeit gibt es noch keine Ersatztermine.

Sie erhalten eine E-Mail mit den weiteren Informationen bezüglich der Rückerstattung der Seminargebühr.

Bitte sehen Sie von Telefonanfragen ab, ich bin per E-Mail gut erreichbar.

Bleiben Sie gesund!

Ihre Fortbildungsbeauftragte Claudia Mathes-Prock

Aktuelle Informationen des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) zum Coronavirus

13. März 2020

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat eine aktuelle Übersicht mit Hinweisen und weiterführenden Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus zusammengestellt.

Dabei gibt es Empfehlungen zum „Coronavirus im Arbeitsalltag“ aus juristischer Sicht und den aktuellen Wissensstand zum Thema Corona-Virus und Stillen.

Martina Klenk, erste Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen:

„Die Coronapandemie stellt unsere Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte mit dem Virus gibt es eine große Verunsicherung. Wir haben als Angehörige der Gesundheitsfachberufe eine besondere Verantwortung.

Die Sachlage ändert sich von Tag zu Tag. Aufgrund des föderalen Systems in Deutschland gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen seitens der Behörden. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt, ob Sie Kurse zur Geburtsvorbereitung, Rückbildungsgymnastik etc. durchführen dürfen. Der Anordnung des Gesundheitsamtes ist Folge zu leisten.

Der DHV verhandelt mit dem GKV-SV, ob die Durchführung von Kursen mittels Kommunikationsmedien erstattet werden kann. Ebenso wird die finanzielle Kompensation des Verdienstausfalles durch abgesagte Kurse Thema sein. Im Umgang mit Frauen und Familien gelten die üblichen Schutzmaßnahmen (Robert-Koch-Institut)

Ich wünsche uns allen gute Nerven und eine große Portion Gelassenheit. Bleiben Sie gesund und geben Sie aufeinander acht!“

Bitte informieren Sie sich regelmäßig hier

Jahreswechsel: Neujahrsempfang im Hessischen Landtag zum Netzwerken genutzt

7. Februar 2020

Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen berichtet:

„Anfang Februar fand der Neujahrsempfang bei der Landtagsfraktion DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag in Wiesbaden statt. Susanne Otte-Seybold und ich waren eingeladen.

Claudia Roth hielt eine fulminante Rede. Sie warnte vor der Bedrohung unserer Demokratie durch Rechtspopulisten und machte sich für die Rechte von Frauen und Minderheiten stark. Ich finde, sie ist trotz ihrer langen Zeit im Berliner Politikbetrieb sehr authentisch geblieben.

Susanne Otte-Seybold und ich nutzten den Empfang zum Netzwerken. Mit Kathrin Anders, Sprecherin für Geburtshilfe der Fraktion der GRÜNEN, hatten wir einen intensiven und guten Austausch.

Ebenso ergab sich die Gelegenheit mit der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, zu sprechen. Wir wollten wissen, wie das Ministerium nun die Umsetzung der Akademisierung der Hebammenausbildung in Hessen angehen wird und welche Studienstandorte in Frage kommen.

Wir fragten nach Konzepten für den Übergang der Hebammenschulen in die hochschulische Ausbildung. Die Ministerin meinte, dass es für einen persönlichen Termin noch zu früh sei, weil die Finanzierung der Umsetzung noch nicht abschließend geklärt ist. Also das alte Lied: Bund macht ein Gesetz, Land hat kein Geld für die Realisierung. Und steht erstmal auf der Bremse. Das haben wir kritisch kommentiert und so hat die Ministerin uns einen Termin im Ministerium mit Christoph Gädeke von der Abteilung III/4 Bereich Hochschulen und Forschung in Aussicht gestellt.

Es ist echt zäh, aber wir bleiben dran und nutzen jede Gelegenheit!“

Hintergründe: Landesvorsitzendentreffen und IGES-Gutachten

29. Januar 2020

Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen, legt in ihrem Bericht zum Landesvorsitzendentreffen den Fokus auf die Beschäftigung mit dem IGES-Gutachten, und schlägt den Bogen zur Veröffentlichung des Gutachtens zur Situation der Hebammenhilfe in Hessen:

„Vom 21. bis 23. Januar fand das alljährliche Landesvorsitzendentreffen statt. Diesmal hatte der Sächsische Hebammenlandesverband nach Dresden eingeladen. In einem sehr ansprechenden Tagungsort in unmittelbarer Nähe der Frauenkirche haben wir uns in einer sehr konstruktiven Sitzung mit zahlreichen Themen auseinandergesetzt. Vor allem das IGES-Gutachten zur stationären Hebammenversorgung, das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Auftrag gegeben und aktuell veröffentlicht wurde, war Gegenstand der Debatte.

Das über 260 Seiten umfassende Gutachten haben wir uns kapitelweise aufgeteilt und anhand bestimmter Fragestellungen methodisch und inhaltlich bewertet.

Gestern Abend fand eine Telefonkonferenz mit der Beirätin für den Angestelltenbereich des DHV, Andrea Ramsell dazu statt. Sie arbeitet gerade an einer Stellungnahme dazu und unsere Anmerkungen und Bewertungen werden in diese einfließen. 

Auch das Gutachten zur Situation der Hebammenhilfe in Hessen muss veröffentlicht werden

Die Veröffentlichung des IGES-Gutachtens habe ich zum Anlass genommen, gestern das Hessische Sozialministerium erneut anzuschreiben, mit dem Hinweis, dass es an der Zeit wäre, das Gutachten zur Situation der Hebammenhilfe in Hessen ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

Letzten Endes ist das Ergebnis beider Gutachten für den stationären Sektor gleich: Die Hebammen beklagen die extrem hohe Arbeitsbelastung, unzureichende Vergütung, zu viele Überstunden und die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Falls die Politik jetzt nicht zügig gegensteuert, geht der Exodus der Hebammen aus den Kreißsälen weiter.

Zentralisierung ist keine Lösung

Die Conclusio der Begutachtenden von IGES, noch mehr Kliniken zu zentralisieren, läuft einer wohnortnahen und flächendeckenden Versorgung diametral entgegen. Ein Wille der Krankenhäuser, die Hebammen besser zu vergüten, ist nicht erkennbar.

Dieses Fazit ist der Skandal zum Skandal: den überaus schlechten Arbeitsbedingungen der Hebammen vor allem in Häusern der Maximalversorgung. Und die will man durch die Zentralisierung ja ausbauen. Na, dann sucht Euch Euer Personal in Zukunft mal auf dem Mars. Der Bundesgesundheitsminister fängt mit Personalakquise in Übersee ja schon mal an. Wie wäre es denn, einfach die eigenen Leute ordentlich zu bezahlen?“

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