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Weihnachten 2020: die Krise als Neuorientierung?

Bild: Tim Mossholder auf Pexels

Liebe Kolleginnen,

welche hätte beim Ausblick auf das anstehende Jahr 2020 am vergangenen Silvesterfeiertag damit gerechnet, dass unsere Gesellschaft in diesem Jahr von einer Seuche bedroht sein würde. Wohl kaum eine. Ein kleines Virus hat ganze Staaten lahmgelegt, Gewohntes genommen, Existenzen bedroht und Menschen getötet. Es zeigt uns, wie verletzlich wir als Menschheit sind. Es könnte eine Lektion in Demut werden.

Danke an alle Hebammen

Als Hebammen waren wir durch die Coronapandemie in unserer Berufsausübung stark belastet. Die Sorge um die eigene Gesundheit, die der uns anvertrauten Frauen und Kinder und auch die der eigenen Familie wiegt schwer. Danke an alle Hebammen, die unter kritischsten Umständen die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen gewährleistet haben. Die kommenden Weihnachtfeiertage werden in vielen Familien und Freundeskreisen ganz anders verbracht werden, als üblich. Silvester fällt der Ausgangssperre zum Opfer. Maximal zwei Haushalte mit maximal Wunderkerzen. Das ist alles erst mal betrüblich. Doch Krisen bieten auch Chancen zur Neuorientierung. Corona zwingt uns als Gesellschaft zum Herunterfahren, zum Überdenken des Konsumrausches und des Mantras des „Höher, Schneller, Weiter“.

Früher hieß die Mittwinterzeit „die stille Zeit“. In der Stille liegt eine große Kraft, die uns lehrt, uns selbst auszuhalten. Lassen Sie uns die kommenden Feiertage mit Freude, Gelassenheit und Zuversicht begehen, trotz aller Beschränkungen. Manchmal ist weniger mehr und führt zum Wesentlichen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien und Freund*innen eine gesegnete Weihnachtszeit und alles Gute für das kommende Jahr.

Im Namen des Vorstandes

Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen e.V.

Es zieht herauf die stille Nacht

Es zieht herauf die stille Nacht
Und decket alles Land,
Groß, ruhig liegt in Sternenpracht
Der Himmel ausgespannt.

Es gehet still und leis die Luft,
Rings schlummert Blum´ und  Baum:
Oh nur ein Klang, o nur ein Duft,

ein leiser Schöpfungstraum

(….)

Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873)

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