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Gesundheitsministerium will Förderprogramm für Hebammenstellen umsetzen

Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen zum geplanten Förderprogramm des Bundesgesundheitsministeriums:

„Bevor wir uns über mehr Personal freuen, das tatsächlich in den Kreißsälen dringend benötigt wird, muss man den Subtext dieses Vorhabens lesen. Der Plan ist, mehr Hebammenstellen in größeren Geburtsstationen zu schaffen. Aha. Die Zentralisierung wird weiter vorangetrieben.

Die Geburtshilfe in Großkliniken mit Megakreißsälen kann jedoch nur gut gelingen, wenn ihre Ausrichtung frauen- und familienfreundlich ist, wenn die Förderung der normalen Geburt die gemeinsame geburtshilfliche Philosophie darstellt, die Hebammen dort ihre Berufstätigkeit verlässlich planen können und es Zeit für ein Privatleben gibt, die Vergütung der Verantwortung eines zudem systemrelevanten Berufes entspricht und ein gutes Leben ermöglicht.

Die Kolleginnen in den Kreißsälen haben es echt verdient, dass endlich etwas unternommen wird, um die Dauerbelastung zu lindern. Aber 0,5 Planstellen auf 500 Geburten pro Jahr zusätzlich als Maßnahme wird verzischen, wie der Regentropfen auf dem Boden einer Salzwüste. Da muss mehr passieren, denn das Problem ist komplex.

Schon jetzt gibt es offene Planstellen, vor allem in Großkrankenhäusern, die sich nicht mit Hebammen besetzen lassen.

Die Rahmenbedingungen müssen sich insgesamt ändern und dazu gehört auch die Abschaffung der strukturellen Gewalt in den Kliniken.“

Lesen Sie hier den Beitrag des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) zum Thema

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